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Aussenministerkonferenzen London & Paris |
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Sunday, 06 April 2008 |
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EINLEITUNG Im folgenden wird versucht, die Behandlung der deutschen Frage in den ersten beiden Sitzungen des Rates der Außenminister darzustellen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß über diese Frage, die überhaupt nur in Paris auf der Tagesordnung stand, eigentlich keine Debatte entstanden ist. Dafür sorgten die Sowjets, die an einer schnellen Lösung nicht interessiert waren mit ihrer Verschleppungstaktik. Vielmehr stellten die vier Außenminister in Grundsatzerklärungen die spezifischen Vorstellungen ihrer Länder vor.
Verflechtung der Motive 1) DIE LONDONER AUSSENMINISTERKONFERENZ Vom 11.Sept 1945 bis zum 2.Okt 1945 fand in London die erste Sitzung des Außenministerrates statt. Teilnehmer dieser Konferenz, die gemäß dem Potsdamer Abkommen die Friedensverträge mit den "Satellitenstaaten" ausarbeiten sollte, waren die Außenminister Großbritanniens, der USA, der UdSSR, Frankreichs und Chinas. Die deutsche Frage stand in London nicht auf der Tagesordnung, wurde aber am Rande diskutiert. Byrnes sondierte inoffiziell bei Molotov in der Frage eines Vertrages zur Entmilitarisierung Deutschlands für 25 Jahre. Nach Byrnes' Darstellung habe Molotov persönliches Interesse bekundet, könne aber nicht der Stellungnahme seiner Regierung vorgreifen, würde den Vorschlag nach Moskau weiterleiten und die Sache könnte nochmals besprochen werden.1)Die chinesische Delegation zeichnete sich durch Höflichkeit und Schweigen aus. Die Londoner Außenministerkonferenz ist im Kontext der für dieAmerikaner geglückten Atombombenversuche zu sehen. Die "Bombe" gehörte mit zum Kalkül. Da sich die amerikanische Diplomatie die "Ohnmacht der Allmacht" (vgl. Gaddis} nicht eingestehen wollte,prallten auf den Konferenzen nach Kriegsende die Gegensätze stärker aufeinander. Byrnes, der den Außenministerrat als eigeneSchöpfung betrachtete und mit einigem Optimismus nach London gekommen war, mußte einsehen, daß die Osteuropa-Problematik im 1) Byrnes, J.F.: In aller Offenheit, Frankfurt a.M. 1947, S.138 amerikanischen Sinne nicht lösbar war, obwohl er in der Öffentlichkeit keinen Zweifel daran gelassen hatte, daß in Londondie Probleme im Sinne des "One-World"-Traums gelöst werden könnte.2)Die Forderung Molotovs, die für die Sowjets sehr wichtige Frage nach der Beteiligung an der Besetzung Japans zu diskutieren, wurde von Byrnes abgelehnt, der nach eigenen Angaben davon sehrüberrascht war und das Ganze für den Teil eines Nervenkriegs hielt.3)Daraufhin begann Molotov, das Verfahren in Frage zu stellen um seine Verhandlungsposition zu verbessern. Die sowjetischeVerschleppungstaktik deutete sich hier schon an. Das führte letztlich zum Abbruch der Konferenz, da Byrnes von Dulles, dem führenden Republikaner der US Delegation, von seiner Kompromißbereitschaft abgebracht wurde. Der Mißerfolg der Konferenz wurde durch das Fehlen eines Schlußkommuniqués in derÖffentlichkeit zugegeben. Eine weitere Initiative in der Deutschlandfrage kam von den Franzosen, die am 14.Sept.1945 einMemorandum vorlegten. Dieses äußerte Vorbehalte gegen eine Wiederherstellung einer Zentralregierung, von Parteien für Ganzdeutschland und zentrale Verwaltungsstellen. Dem Punkt IX der Potsdamer Beschlüsse (Die Verwaltung der deutschen Angelegenheiten soll auf die Dezentralisierung der politischen Struktur und die Entwicklung der örtlichen Verantwortung gerichtet sein) wurde voll zugestimmt. Weiterhin wurde gesagt, daß es zu gewagt sei, die Möglichkeiten der politischen Aufspaltung Deutschlands zu präjudizieren. Die Franzosen würden es bedauern, wenn alliierte Behörden durch Deutsche ersetzt würden. Es bestehe eine Angst vor der Erweckung des deutschen Einheitsstrebens. Keine Einwände habe man wegen der polnischen Westgrenze, wohl auch um für eigene Interessen, nämlich in der Frage der Angliederung der Saar an Frankreich und die Abtrennung des Rheinlandes einschließlich der Ruhr zur Deckung der französischen Grenze als wesentliche Voraussetzung für die Sicherheit Europas und der Welt, bei den Sowjets zu werben.4) 2) Loth, W.: Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges 1941-1955, München 1980, S.lll3 ) Byrne s , J .F. , a. a .0. , S. 1484) Memorandum der französischen Regierung an den Rat der Außenminister der fünf Großmächte betr. die politischen Grundsätze der Deutschlandpolitik und die deutschen Grenzen, in: EuropaArchiv, 14/1954, S.6747
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Last Updated ( Tuesday, 30 September 2008 )
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